Als Arzt in der Berliner Unterwelt
von Peter Bamm
Berlin, die Millionenstadt in der Mitte Europas, ist langsam aus einem Haufen von Dörfern zusammengewachsen. Diesen Ursprung hat diese Stadt nie verleugnen können. Das riesige Häusermeer bestand auch weiterhin aus Landschaften, die der Kenner wohl zu unterscheiden vermochte. Beim Namen „Steglitz" erblühte ein Blumenstrauß von Assoziationen, der gänzlich anders aussah als das Bukett von „Wilmersdorf" oder der Strutz von „Treptow". — Ein Mädchen aus Steglitz war sozusagen eine fertige Sach' für den Altar. Dafür war das Steglitzer Schloßparktheater eine bezaubernde Biedermeierbühne. Von der Sächsischen Straße in Wilmersdorf hingegen behaupteten Kenner, wenn man da nachts um halb zwei Uhr laut ein Thema von Bruckner pfiffe, flögen mindestens drei in Zeitungspapier eingewickelte Hausschlüssel auf den Asphalt. Der alte Park von Treptow war „des Volkes wahrer Himmel". Aus diesem Himmel fielen köstliche Melodien herab wie die des Schlagers von der Berliner Luft, Luft, Luft...
Die Dörfer hatten als ihre Mitte einen Marktplatz gehabt. Berlin besaß nichts dergleichen. Seine Mitte war eher imaginär als real. Es war, in höchst unfeierlicher Weise, eine Kreuzung, die zwischen dem Königlichen Schloß und dem Brandenburger Tor lag, die Kreuzung der Straße Unter den Linden mit der Friedrichstraße. Aber diese Mitte war nicht der Schwerpunkt des Berliner Lebens. Berlin hatte einen Schwerpunkt im Osten und einen im Westen. Der Schwerpunkt des Ostens war der Alexanderplatz, der des Westens die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit dem Kurfürstendamm. Am Alexanderplatz endeten viele Wege, die aus Moskau, aus Warschau, aus Bukarest, aus Lemberg kamen. Am Kurfürstendamm begann ein Pfad, der über Paris in eine andere Welt hinausführte. Und es war auch nicht Moskau, sondern der Hausvogteiplatz in Berlin, wo Asien und Europa wirklich einander kennenlernten und sogleich auch eine wichtige Textilsymbiose geschaffen hatten in einer Ambiance, die an die Basare von Beirut erinnerte.
Den Dschungel der Millionenstadt zu erforschen, konnte man sich für den Anfang kein besseres Studienfeld wünschen, als ein Krankenhaus in einem der ärmeren Viertel. Dieses Studium erfolgreich zu absolvieren, mußte man über einige Eigenschaften verfügen, die scheinbar wenig miteinander zu tun haben. Es bedurfte uferloser Neugier, vollständige Vorurteilslosigkeit und der Fähigkeit, Vertrauen zu erwecken. Von vornherein stand man inmitten der Armut, welche damals noch Basis der bürgerlichen Gesellschaft war. Eine erste Klasse gab es bei uns nicht. Doch gehörte ein echter Kassenpatient durchaus noch zu den gehobenen Schichten, und sogar die Arbeitslosen hatten einen sozialen Rang, so lange nämlich, als sie Unterstützung empfingen. Danach kamen die Wohlfahrtspatienten, die nur eine Art von öffentlichen Almosen erhielten, und schließlich ein Proletariat, das vom Nichts leben mußte - und lebte! Die Hierarchie des Elends wurde von einer mächtigen Bürokratie verwaltet. Auf eine merkwürdige Weise war dieser gesellschaftliche Aufbau durchsetzt von Karitas, die vom guten Nachbarn über generös in alte Filzhüte auf dem Trottoir geworfene Groschen bis zur Heilsarmee reichte. Im Asyl für Obdachlose endete sie.
Herr Dokter...
Der Gesellschaft gegenüber stand die Unterwelt der Stadt. Sie lebte nach eigenen Sitten und Gebräuchen. Sie hatte sozusagen einen eigenen Komment. Für diesen Dschungel haben die Berliner immer Sympathien gehabt. So galt es als keine geringe Ehre, zu einem Ringverein eingeladen zu werden. Das lag zum Teil daran, daß es nicht so übermäßig schwierig war, sich eine Einladung zum Staatsempfang zu verschaffen. Die Einladung in einen Ganovenklub dagegen war eine höchst komplizierte Angelegenheit. Sie setzte bei dem Gast eine Eigenschaft voraus, an die man im Zusammenhang mit einer Einladung gewöhnlich nicht denkt, nämlich Vertrauenswürdigkeit. Bei einer Soiree in einer Gesellschaft des Westens traf man nur selten jemanden, der besorgt sein mußte, daß man ihn der Polizei denunzieren werde. Wir, die Ärzte der großen Krankenhäuser, besaßen Vertrauenswürdigkeit. Von Hippokrates hatte jeder Berliner Ganove eine hohe Meinung. War er doch der Vater der Schweigepflicht!
Ein wichtiges soziologisches Element der großstädtischen Daseinsform in all ihren Facetten war die Spielregel. Rechtsanwalt Frey hatte, in einem Schwurgerichtsprozeß, in dem es um Schuld oder Unschuld eines Mannes ging, der der Unterwelt angehörte, durch eines seiner brillanten Plädoyers einen Freispruch erzielt. Als er nach Schluß der Gerichtssitzung in das Anwaltszimmer zurückkehrte, mußte er feststellen, daß sein Pelzmantel gestohlen worden war. Nun, Dr. Frey war ein Mann, der sich einen neuen Pelz kaufen konnte. Aber immerhin, es war ein Zobel gewesen, und so etwas kostete auch damals schon ein kleines Vermögen. Als der Anwalt verärgert auf den Korridor des Gerichtsgebäudes heraustritt, trifft er auf den „Chef" des Ringvereins, für dessen Mitglied er soeben den Freispruch erzielt hatte. Dr. Frey geht auf ihn zu, sieht ihn erst durch sein Monokel streng an und teilt ihm mit, daß sein Pelz gestohlen worden sei. Der Chef, völlig konsterniert, bittet den glänzenden Star der mildernden Umstände, sich ein wenig zu gedulden; in einer Viertelstunde werde er wieder da sein. Nach zehn Minuten kommt der wackre Mann zurück, über den Arm den Zobel, überreicht ihn seinem Besitzer und sagt: „Herr Doktor! Se miss'n schon entschuldigen. Et jibt ieberall schwarze Schafe!"
Einen besonders schönen Fall der Wiedergutmachung eines Bruchs der Spielregeln erlebte ich in einer Wurstbude am Alexanderplatz. Es gab in dieser Welt herrliche Kneipen, solche mit Wurlitzerorgel und Bulettenaltar, solche mit Skat spielenden Taxichauffeuren, solche mit Figuren aus „Liliom" oder der „Dreigroschenoper". Man hatte seine Stammlokale, in denen man angesehen war und also auch anschreiben lassen konnte. Gelegentlich führte man eine schöne Dame, welche gern einmal ein „Mädchen fürs Geld" kennenlernen wollte, in ein solches Lokal. Eins von ihnen, Treffpunkt der Zigeuner, gehörte einem Wirt, der als Patient auf meiner Station gelegen hatte. Betrat man mit der schönen Dame den verrauchten und verruchten Ausschank, klopfte der Wirt mit seinem Taschenmesser laut ein paarmal auf das Blech seiner Theke. Das hatte zur Folge, daß die Zigeuner, die zwar locker sitzende Dolche hatten, aber zugleich auch beim Wirt hoch in der Kreide standen, sich nach der am Eingang in den Dunst blinzelnden Dame umdrehten. Sie natürlich nahm die interessierten Blicke als Beweis für ihre Attraktivität. In Wirklichkeit bedeutete das magische Klopfen des Wirtes: „Die nich! Oder et jibt nischt mehr zu trinken!"
Die Wurstmaxen waren zuverlässige Säulen des Nachtlebens. Mein Wurstmaxe stand an der Ecke, an der die Alexanderstraße, von der Münzstraße herkommend, in den Alexanderplatz einmündet. Sie war ein Standplatz für Taxis und für Mädchen. Wenn ich gegen Mitternacht aus dem Westen in mein Krankenhaus zurückfuhr, nahm ich, da die ganze Strecke mit dem Taxi zu teuer war, die Untergrundbahn bis zum „Alex". Dann aß ich zunächst bei Emil noch ein Paar Würstchen. Daß man hier Stammgast war — „Na, Herr Doktor, heute mal 'ne polnische Brüh' mit?" —, hatte den Vorteil, daß die Mädchen einen bei der polnischen Brühwurst in Ruhe ließen.
Dafür kam es von Zeit zu Zeit vor, daß Emil mich leise fragte, ob ich nicht für Frieda einen ausgeben wolle. „Sie hat heute abend noch keen' Freia jehabt." Es gehörte zur guten Manier, daß Frieda sich niemals bedankte und somit dem Wohltäter jede Verlegenheit erspart blieb. Ein Gespräch freilich war immer willkommen. Wenn sich dann zu Emil und Frieda noch ein oder zwei Chauffeure gesellten und einer bereit war, eine Runde Bier zu holen, war so ein Stehpalaver am Rande des Alexanderplatzes inmitten des Menschentrubels, des Lärms, der Lichtreklamen und der aus irgendeiner Kaschemme heraussprudelnden Jazzrhythmen eine behagliche Oase, aus der man die köstlichsten Einsichten in die Geheimnisse des Lebens mit in die Klinik nehmen konnte. Eines Abends kam ein Herr in Frack und Abendmantel an den Stand. Während er zusah, wie Emil den Senf auf den Pappteller drückte, biß Franz, der Taxichauffeur, kräftig in seine polnische Brüh'. Es ist die fetteste Wurst, welche ich je im Leben kennengelernt habe. Eine Fontäne von Fett spritzte auf das blütenweiße Frackhemd des eleganten Herrn. Franz erstarrte. Emil sah den Herrn ruhig an und sagte: „Det sinn Würstchen, Herr! Wa'?"
Ein Stammgast Ist tabu
Von dieser Ecke aus fuhr ich mit dem Taxi in den Friedrichshain. Die Fahrt kostete neunzig Pfennig. Ich war gewohnt, eine Mark zu geben und einen Groschen wieder herauszubekommen. Den überließ ich dann dem Taxifahrer als Trinkgeld. Eines Nachts gab ich dem Chauffeur zwei Mark und bekam auch nur zehn Pfennig heraus. Daß es tatsächlich zwei Mark gewesen waren, wußte ich deshalb genau, weil es mein letztes Geld war. Unmöglich konnte ich vor meinem eigenen Krankenhaus einen Krach anfangen, dessen Ausgang nicht vorauszusehen war. Immerhin war der Vorwurf des Betruges, den ich dem Chauffeur machte, ehrenrührig. So hätte ich wahrscheinlich mir selbst die erste Hilfe leisten müssen. Zornig ging ich mit meinem Groschen schlafen. Am nächsten Abend lehnte ich bei Emil alle Generositäten ab. Gefragt, warum ich plötzlich so geize, erzählte ich, was mir passiert sei. Emil war empört. Die Empörung war echt. Ein Stammgast ist tabu. Eine Spielregel war verletzt.
Emil fragte mich, ob ich mir die Nummer des Taxis gemerkt habe. Dann rief er die Wagenreihe entlang: „Oskar"! Einer der Chauffeure erhob sich von dem Kotflügel, auf dem er gerade saß, und kam herangeschlendert. „Sach mal, Oskar! 1183! Is det nich Aujust von 'n Senefelderplatz? „Natürlich! Det issa!" Emil wandte sich mir zu: „Herr Dokter! Die Mark kriejen Se wieda!" Am nächsten Abend überreichte mir Emil feierlich unter dem Beifall der Chauffeure die Mark. „Na, Herr Dokter! Den ham' wa vielleicht Bescheid jestoßen!" Die nunmehr gebieterisch in Geltung tretende Spielregel war natürlich, daß jetzt ich einen auszugeben hatte. Es handelte sich für fünf Chauffeure, fünf Mädchen, Emil und mich um zwölf Paar Würstchen, vierundzwanzig kleine Helle und eine Flasche Korn.
„Herr Dokter, wir vasteh'n uns"
Meine diplomatischen Beziehungen zur Unterwelt fingen mit den Splittern einer zerschlagenen Bierflasche an. Sie steckten in der Kopfhaut eines kleinen Mannes, der, von einem Riesen begleitet, mit schmalen Rinnsalen von Blut im Gesicht, zu Fuß ins Krankenhaus kam. Einer der Splitter war so groß, daß in dem grünen Glas noch deutlich „Bötzow" zu lesen war. Die Pfleger legten den Patienten auf eine Trage und brachten ihn in den Operationssaal. Die Entfernung der zahlreichen Splitter war eine mühselige Arbeit, die ziemlich viel Zeit in Anspruch nahm. Doch konnten wir die ganze Operation in örtlicher Betäubung durchführen. Als ich auf die Station zurückkam, stand noch immer der Riese da — blauer Anzug, gelbe Schuhe, einen Homburg ins Genick geschoben, Liliom persönlich. „Also, Herr Doktor, wie steht's denn mit dem Patienten?" Seine Aufmachung, zusammen mit der Tatsache, daß er über eine Stunde auf den Ausgang der Operation gewartet hatte, machte es mehr als wahrscheinlich, daß er derjenige war, der die Bierflasche auf seines Nachbarn Schädel zerschlagen hatte. Immer wieder erlebten wir, daß, wenn nach einer Schlägerei eine chirurgische Behandlung notwendig war, der Sieger den Besiegten ins Spital begleitete. Es war eine Spielregel.
Ich fragte' den Riesen, ob er mit dem Patienten verwandt sei? „Nee, ich bin der Freund!" „Ja, dann kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben!" Natürlich hatte der Riese längst gemerkt, daß ich den Zusammenhang richtig beurteilte. So gab ich Ihm schließlich den Trost mit auf den Weg, daß Lebensgefahr nicht bestehe. Aufatmend fragte er nunmehr noch, für was ich das Ganze hielte. Ich erwiderte, ich hätte den Eindruck, der Mann müsse in eine Bierflasche gestürzt sein. Der Riese sah mich an, zog ein wenig die rechte Augenbraue hoch — ein ganz klein wenig nur — und meinte: „Herr Dokter, ich sehe, wir vasteh'n uns!" Zehn Tage später, nachdem die Fäden entfernt waren und der Patient entlassen werden sollte, stand der Riese wieder da. „Herr Dokter, dat ham' Se prima jemacht! Sieht aus der Mann, als ob er Korpsstudent wäre!" Dann fragte er mich, ob es nicht irgendwo eine ruhige Ecke gebe, wo er mich einen Augenblick allein sprechen könne. Neben dem Untersuchungszimmer lag ein kleines Laboratorium. Dorthin zogen wir uns zurück. Der Riese setzte sich und sagte: „Also Herr Dokter! Det soll'n Se nu ooch nich umsonst jemacht haben. Hier sind hundert Emm!", griff in die Tasche und legte einen Hundertmarkschein auf den Tisch. Ich fand die Geste natürlich reizend, aber annehmen konnte ich ein solches Honorar nicht. Hätte ich das eingeführt, uferlose Korruption wäre die Folge gewesen.
Wir einigten uns darauf, daß er seiner Dankbarkeit durch eine Spende für die Weihnachtsfeier der Station Ausdruck geben dürfe. Am nächsten Morgen kamen für die etwa dreißig Patienten, die wir vermutlich haben würden, dreißig Flaschen feinsten Burgunders, ein paar hundert Zigaretten und dazu fünf Kisten Zigarren „die kleine Boenicke zu dreißig".
Mit Zylinder In der Mulackstraße
Ende Januar stand der Riese wieder da. Er lud mich zu einem Fest in einer Kneipe in der Mulackstraße ein. Ein Freund sei aus der Sonne heimgekehrt. Den wollten sie feiern. Es sei der Bruder des „Korpsstudenten". So möchten sie auch mich bitten, an der Fete teilzunehmen. Er sagte „Fete". Die Sonne war das Zuchthaus Sonnenburg. Der Anzug war Gehrock mit Plastron, dazu Zylinder. Zuerst hatte ich Bedenken, mich in dieser Aufmachung in eine so verrufene Gegend zu begeben. Aber natürlich war man gerade in diesem Make-up nirgends so sicher wie in der Mulackstraße. Dort war der Zylinder der Beweis dafür, daß man irgendwie dazugehörte.
Das Fest, das im Hinterzimmer einer Kaschemme stattfand, fing mit Kaviar und Champagner an. Die Mädchen, voller Witz, dazu eines reizender als das andere, zeigten gute Manieren. Die Männer gerierten sich als Kavaliere — alle zusammen etwa hundert Jahre Knast. Es war Ehrensache, daß ich mit jedem der Mädchen einmal tanzte. Sie tanzten selbstverständlich ausgezeichnet, und dabei waren sie dezent wie auf einem Hofball. Dazwischen wurden herrliche Geschichten erzählt. Kaum je wieder habe ich eine Gesellschaft so amüsant gefunden wie diese. Gegen Mitternacht gab es — endlich! — Bockwurst mit Kartoffelsalat! Ein Faß Bötzow Edel wurde hereingerollt und angestochen. Um drei Uhr morgens fuhr der Riese mich in seinem Maybach nach Hause. Der Wachtmeister an der Ecke, der das elegante Kabriolett aus der Mulackstraße gut kannte, salutierte höflich, als mein Freund die Kurve nahm -
„Die Dichter und die Maler und auch die Kriminaler, die kennen ihr Berlin ..."
Dieser Abdruck stammt aus dem kürzlich erschienenen Buch von Peter Bamm: EINES MENSCHEN ZEIT (Preis: DM 25,-). Copyright by Droemer Knaur Verlag Schoeller & Co., Zürich, 1972
Eigentlich hieß er Curt Emmrich (1897-1975). Den Schriftsteller „Peter Bamm“ erfand der Theaterkritiker Paul Fechter, der 1923 Redakteur der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ (DAZ) war. Nach dem Staatsexamen arbeitet Bamm in Berlin als Nachtwächter bei einer Wach- und Schließgesellschaft und bittet Fechter zunächst um Geld, um mal wieder warm essen zu können. Dabei erzählt er so spannend von seinen Erlebnissen als Nachtwächter, dass Fechter ihn auffordert, das Erzählte niederzuschreiben. Von da an schreibt Bamm neben seiner chirurgischen Tätigkeit regelmäßig Feuilletons für die DAZ.
Erstellt am 12.03.2015 - Letzte Änderung am 12.03.2015.